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Wie wirbt man ohne Geld?

Wie wirbt man ohne Geld?

Vor einem Jahr hab ich ein kleines Experiment begonnen, das bald zu einem recht zeitaufwändigen Hobby geworden ist. Als Aktion zur Woche der Nachhaltigkeit startete ich mit Freundinnen „Sack & Co“ und begab mich auf die spannende Entwicklung eines Low-Budget-Projektes. Ja, man kann (fast) ohne Geld Öffentlichkeitsarbeit für ein Projekt machen. Und man investiert trotzdem eine Menge; Zeit nämlich.

Die Idee, alte Stoffe in hübsche Geschenksackerl jeder Art und Größe zu verwandeln, war ein Beitrag zur österreichischen Woche der Nachhaltigkeit 2013. Eine Adresse für nachhaltige Verpackungen also. Durch das Anschauungsbeispiel sollte zum Nachmachen angeregt werden.  Um die Idee in die Tat umzusetzen, brauchte es ein paar Freundinnen, die ihre Nähmaschinen in den  Dienst der Sache stellten. Ich selbst hatte die von der Mutter geerbte Pfaff seit Jahren nicht mehr benutzt, war aber durchaus gewillt, das eine oder andere Stück zu dem Projekt beizutragen. Die „Ware“ war also gesichert.

Die Namensfindung erfolgte bei einem „Brainstorming“ mit Kaffee und Kuchen. Das Corporate Design des Projektes beschränkte sich vorerst auf die Farbauswahl für ein Logo, das eine der Kuchenesserinnen aus dem Handgelenk schüttelte. Das Projekt wurde eingereicht und die Nähmaschinen liefen heiß.

Zum Nachmachen anregen

Wer andere zum Nachmachen oder Mitmachen anregen möchte, muss diese irgendwie auf die Idee aufmerksam machen. Jetzt hieß es also, „Sack & Co“ mit Öffentlichkeitsarbeit unters Volk zu bringen. Selbermachen mit einfachsten Mitteln – die Philosophie des Projektes sollte sich auch in der Art der Öffentlichkeitsarbeit zeigen.  Das Budget wurde mit „maximal 100 Euro“ eingegrenzt. Social Media, lautete daher die Devise bei der Auswahl der Werkzeuge – Öffentlichkeitsarbeit überwiegend mit gratis angebotenen Internetlösungen.

Punkt 1: Webseite

Auch ein Mini-Projekt braucht eine Webplattform als virtuellen Anker, will es öffentlich wahrgenommen werden. Dank der kostenlosen Blog-Software WordPress ist das heute sehr einfach möglich (auch Joomla wäre eine gute Option gewesen). Ein Blog-Theme wurde als Schaufenster und Schmalspur-Onlineshop gestaltet und auf einer 20 Euro Domain und einem Webspace um 2,50 Euro pro Monat eingerichtet. Wer das selber nicht kann, findet sicher einen Studenten/Freund für die paar Handgriffe. Die eigenhändige Befüllung der Seite kostet Zeit, kann aber auch Laien aufgrund der Benutzerfreundlichkeit dieser Software durchaus Spaß machen.

Punkt 2: Facebook

Facebook bietet mit Unternehmensseiten die Möglichkeit, einen respektablen Fankreis aufzubauen. Und wer fleißig postet, kommentiert und Freunde sammelt, fällt mit der Zeit auch auf.  An die Besucherzahlen professioneller Fanpages, die Dank bezahlter Facebookwerbung auf tausende Liker zählen können, kommt man als Low-Budget-Projekt mit erzieherischem Hintergrund allerdings nicht heran. Auch Jux-Seiten verbreiten sich im Spaß-Web schneller.

Punkt 3: Präsenz

Bei aller Begeisterung für social media – ein rein virtuelles Dasein tut der Öffentlichkeitsarbeit nicht gut. Das sollten sich auch Low-Budget-Projekte hinter die Ohren schreiben. Es braucht auch die Präsenz bei Veranstaltungen, die ein Projekt erst real begreifbar machen.

Punkt 4: Medienarbeit

Auch kleine Projekte finden, wenn sie interessant erzählt werden und über herzeigbare Fotos verfügen, durchaus Widerhall in den Medien. Ein schöner Beweis dafür, dass Journalisten noch offene Ohren für Geschichten haben und nicht – wie ihnen so oft nachgesagt wird – nur auf die Größe, Wichtigkeit oder gar finanzielle Ausstattung der Absender achten.

Punkt 5: Verbündete*

Wer ohne Geld viele Menschen erreichen möchte, braucht Verbündete. Von der Verlinkung auf der Webseite bis zur mündlichen Empfehlung spannt sich der Bogen der Möglichkeiten, die man dafür nutzen sollte.

Die Konklusio nach einem Jahr Low-Budget-Projekt ist erfreulich und ernüchternd gleichzeitig. Erfreulich, weil es total viel Spaß machen kann, Dinge selber zu machen, auch wenn sie sozusagen nicht zur Kernkompetenz gehören.

Ernüchternd ist die Erkenntnis, dass der zeitliche Aufwand für die Öffentlichkeitsarbeit eines Mini-Projektes sich kaum von der eines mittelständischen Betriebes unterscheidet. Do it yourself ist eben zeitintensiv und gerade  social media wollen regelmäßig bearbeitet werden. Wer also ein Non-Profit-Projekt durchführt oder sein eigenes Mini-Business startet, sollte sich davor Gedanken darüber machen, wie viel Zeit er neben der Erstellung der eigentlichen Projekt-Inhalte für die Öffentlichkeitsarbeit aufwenden kann.

*PS: Wenn Sie sich in die Reihe der „Verbündeten“ unseres Low-Budget-Projektes einreihen möchten, freuen wir uns über Ihren Besuch auf der Webseite www.sack-und-co.at, auf Ihr Like auf FB, über eine Verlinkung oder Weiterempfehlung. Noch toller wäre es natürlich, wenn Sie darüber hinaus Ihr nächstes Geschenk nicht mehr in Glitzerpapier oder Klarsichtfolie einpacken, sondern sich selber ein hübsches Säckchen dafür nähten. Viel Spaß dabei!

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