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Wie mächtig sind Medien?

Wie mächtig sind Medien?

Über Macht und Ohnmacht der Medien diskutierten im oö Presseclub Vertreter von Medien mit PR-Schaffenden. Am Podium: Gerlinde Wiesner vom Public Relations Verband Austria, Fritz Steinbock von der Kronenzeitung, Wolfgang Braun von den OÖN und Medienanwalt Johannes Hintermayr. Jutta Oberweger, Pressesprecherin der gespag moderierte. Die Zuhörer konnten sich ein paar Tipps abholen, wie die Zusammenarbeit mit den Presseleuten funktionieren kann. Und sie bekamen einen kleinen Eindruck davon, wie mächtig oder ohnmächtig Medien wirklich sind.

Angebot und Nachfrage

Wer bestimmt eigentlich, was Leser/innen interessiert? Diese Frage gleich zu Beginn der Presseclub-Diskussion über Macht und Ohnmacht der Medien bringt es eigentlich schon auf den Punkt: Es sind die Journalisten selbst, die das entscheiden. Natürlich gibt es Erfahrungswerte, Leserbefragungen und wissenschaftliche Methoden zur Auswertung der Leserinteressen. Aber letztlich kommt es auf das Gespür und das Interesse der Journalisten an, die eine Story ins Blatt nehmen oder nicht.

Die Vertreter der Medien sehen sich allerdings nicht mächtig, sondern dem Leser verpflichtet. So formuliert Wolfgang Braun: „Guter Journalismus muss der Fairness und Sorgfalt verpflichtet sein, dann ist er auch mächtig.  Und Fritz Steinbock fasst zusammen: „Ich sehe den Berufsstand des Journalisten als Informationsdienstleister. Ich will wahrheitsgetreu informieren und keine Werbebotschaften publizieren“.

Vor der Türe schmachten . . .

Dass ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis der PR-Schaffenden gegeben ist, sorgt unter diesen immer wieder für Nervenkitzel. Die jungen PR-ler haben damit zu kämpfen, sich mit ihrem Thema überhaupt erst einmal bemerkbar zu machen und oft kostet es sie Schweiß und sogar Tränen, wenn sie die Story für ihre Kunden nicht durchbringen. Die „alten Hasen“ spielen ihre langjährigen Kontakte aus und nehmen’s gelassen, wenn einmal eine Geschichte abblitzt. „Bei der einen Türe hinaus, bei der nächsten wieder hinein“, gilt da die Devise.

. . . oder selber publizieren

Die beträchtlichen Veränderungen in der Medienlandschaft haben den „Macht-Sockel“ der Printjournalisten allerdings schon deutlich angeknabbert. Nicht nur, dass in den Redaktionen aufgrund der immer schmäleren personellen Besetzung weniger Zeit für Recherchen ist und gut aufbereitete Geschichten aus Presseabteilungen und Agenturen durchaus willkommenes Seitenfutter sind. Die Informanten nutzen  inzwischen ihre eigenen Publikationsmöglichkeiten – von Blogs über Webseiten-News bis zu Facebook, Twitter & Co. So sind sie nicht mehr nur auf  die Gunst der Journalisten angewiesen. So manch einer aus der schreibenden Zunft hat auch schon bei seinen Beutezügen im Internet, einen Köder aus dem Netz gefischt, der von einem PR-Schaffenden ausgelegt worden ist. 

Wie diese Köder beschaffen sein sollten, dazu gab es einige Tipps aus erster Hand der anwesenden Journalisten. Mehr dazu im nächsten Blogbeitrag.

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