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Wie lernt man das Schwärmen?

Wie lernt man das Schwärmen?

„Ich möchte so richtig über die Region schwärmen können“ – sagte ein Teilnehmer in einem meiner Seminare, in dem „Kernlandbotschafter“ ausgebildet werden. Wenn doch Mitarbeiter von Unternehmen auch so engagierte Ziele hätten. Dass das bei weitem nicht so ist, konnte man dieser Tage in den OÖN über das heurige B2B-Symposium des Marketing-Institutes der Uni Linz lesen.

Viele Firmen-Mitarbeiter würden im privaten Bereich nicht einmal die im eigenen Unternehmen hergestellten Produkte empfehlen, war da zu lesen. Und noch kurioser: 50 Prozent der Verkaufsmitarbeiter von Ford, die nach der Bedeutung des  aktuellen Ford-Werbeslogans befragt wurden („feel the difference“) konnten offenbar nichts damit anfangen und übersetzten freihändig mit „Fühle das Differenzial“. Was läuft da falsch?

Wenn Mitarbeiter zu Botschaftern des Unternehmens werden sollen, dann braucht es wohl ein paar Grundvoraussetzungen:

Information. Viele Marketingleute denken zwar den ganzen Tag darüber nach, wie sie die Produkte ihren potenziellen Kunden schmackhaft machen können, aber dass sie auch den eigenen Mitarbeitern „schmecken“ sollten, daran denken sie nicht.

Beteiligung. Warum nicht die eigenen Mitarbeiter öfter um ihre Meinung fragen? Social Media Instrumente wie ein interner Blog oder ein internes Wiki machen es heutzutage  doch viel leichter, Mitarbeiter an Entwicklungen zu beteiligten.

Vertrauen. Wer selber im Produktionsprozess drinnen steckt und sieht, wo Fehler gemacht werden und was alles schief laufen kann, der braucht ein grundsätzliches Vertrauen in sein Unternehmen. Und das muss sich das Unternehmen erst verdienen  – durch Verlässlichkeit bei Vereinbarungen, durch Transparenz bei Entscheidungen, durch das ehrliche Bemühen der Vorgesetzten, das bestmögliche an Qualität zu erreichen.

Vorbilder. Wenn der Chef nicht voll und ganz zu seinen Produkten steht und dies auch nach außen zeigt, ja wie sollen dann die Mitarbeiter davon überzeugt sein?

Kommunikation. Schwärmen heißt laut Duden „begeistert von jemandem oder etwas sprechen“ – das heißt für größere Unternehmenseinheiten, ich muss mir Instrumente suchen, die von den Mitarbeitern auch gehört werden – vom persönlichen Gespräch bis zur Firmenzeitung oder dem internen Mailing. All das kann man nutzen, um die Werte, die hinter den Produkten stehen, verständlich zu machen. Denn Werte sind die Basis für überzeugtes Schwärmen.

Die Region Mühlviertler Kernland bildet Unternehmer, Landwirte, Wirte etc. zu Kernlandbotschaftern aus in der Überzeugung, dass das Selbstbewusstsein einer Region von innen heraus wachsen muss. Genauso kann man sich auch die Strahlkraft von Unternehmen und Marken vorstellen – von innen nach außen. Deshalb sollten sich Unternehmen viel mehr Gedanken darüber machen, wie sie ihre  Mitarbeiter das Schwärmen lehren können. Mit Seminaren für Firmen-Botschafter zum Beispiel.

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