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Wer soll das alles glauben?

Wer soll das alles glauben?

„Faktencheck“ – das ist für mich das Wort des Jahres. Es ist richtig gruselig, was in Interviews mit Medien alles behauptet werden darf, ohne hinterfragt zu werden.

Ein Paradebeispiel für einen dringend notwendigen Faktencheck lieferte der wahlkämpfende FP-Chef in Oberösterreich in einem Ö1-Interview. Darin behauptete er – als wenn das die Lösung des aktuellen Flüchtlingsproblems sei –  dass das Bundesheer die Grenzen dicht halten und die Aufgegriffenen zurückschicken solle. So wie man das bei den bisherigen Grenzeinsätzen auch gemacht habe. In in einem Nachtrag der Moderatorin wurde das Ergebnis des Faktenchecks beim Bundesheer dem Interview hinzugefügt. Demnach haben die österreichischen Soldaten Aufgegriffene auch früher nicht zurückgeschickt, sondern sie der Polizei übergeben.

Der „Faktencheck“ war einmal ein wesentliches Instrument seriöser Journalisten, um politische Kleingeldwechsler und andere Dampfplauderer auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. „Check – Recheck – Doublechek“ war auch die Standardpredikt aller Journalistenausbildner.

Dass sich die Medienlandschaft verändert und viele Kollegen schlicht und einfach nicht mehr die Zeit haben, Informationen zu hinterfragen, sollte nicht die Schleusen zum Behauptungsjournalismus öffnen. Und auch PR-Schaffende seien an ihre ethisch-moralische Verpflichtung zur Wahrheit gemahnt. Was Schwarz-auf-Weiß per Pressemitteilung in den Redaktionen landet sollte einem Faktencheck stets standhalten können, auch wenn dieser nicht überall durchgeführt wird.

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