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Wer hat denn das Sagen auf Kununu?

Wer hat denn das Sagen auf Kununu?

Bei einer Veranstaltung in Linz hat der PRVA (Public Relations Verband Austria) diese Woche auf Einladung der OÖ Vorsitzenden Gerlinde Wiesner ein Thema aufgegriffen, das Personal- und Kommunikationsverantwortliche gleichermaßen betrifft: Kununu, das größte Job-Bewertungsportal im deutschsprachigen Raum. Hier können Mitarbeiter anonym ihr Unternehmen abkanzeln oder natürlich auch loben.

Manche Unternehmensverantwortliche fragen sich sicher: Ja derfen’s denn des? Ja, sie dürfen. Und 200.000 haben es auch bereits getan in den vergangenen fünf Jahren, seit es das Wiener Unternehmen gibt. Beim PRV-Abend stellte Carolin Horn die Plattform vor – eine Kölnerin, die ihres Jobs bei Kununu zuliebe nach Wien gezogen ist. Carolin skizziert den „Goldenen Weg“, wie Firmen auf Kununu gut aussteigen:

  • Eigenes Unternehmen beschreiben und Mitarbeiter aktiv zur Bewertung einladen

oder

  • die Community zur Bewertung einladen und dann Stellung nehmen und Infos über das Unternehmen einbauen

Hat das Kurbeln Erfolg gebracht und mindestens sechs Leute bewerten halbwegs positiv, sodass ein Punktedurchschnitt von mindestens 3 herauskommt, dann gibt’s das Kununu Gütesigel Top-Company, das aktiv in der Bewerbung der eigenen Arbeitgebermarke eingesetzt werden kann.

So weit so gut. Noch viel mehr aber interessierte klarerweise die anwesenden Personaler und Kommunikatoren was zu tun sei, wenn ein Unternehmen negativ aufschlägt.

Der Rat von Carolin Horn:

1. Sich verbessern.

2. Nur zu sachlicher Kritik Stellung nehmen und die Emotionen heraushalten.

3. Ehrlich sein. Horn: „Es ist durchaus in Ordnung, wenn ein Unternehmen nicht perfekt ist. Wer Schwächen zu gibt zeigt, dass man bereit ist, an der Verbesserung zu arbeiten.

 Kommunikation vor Fachwissen

Nun stellt sich natürlich die Frage: Wer soll denn nun für das Unternehmen auf Kununu sprechen – der / die Personalverantwortliche, die weiß was Sache ist? Oder der/die Kommunikationsverantwortliche die weiß, wie das Unternehmen nach außen auftreten möchte. Eines ist  klar, der eine ohne den anderen, das geht nicht. Am besten ist, wenn sich die zwei abstimmen können. Aus meiner Sicht hat aber die Kommunikationsstrategie Vorrang vor der inhaltlichen Rückmeldung des Personalers. Denn wie immer bei den Social Media kann eine unbedachte Äußerung einen ganzen Schweif an negativer Resonanz nach sich ziehen. Und das nicht „nur“ auf Kununu. Denn die Social Media Welt ist natürlich bestens vernetzt und was heute in einem Portal auftaucht, wird womöglich wenige Minuten später schon gezwitschert oder gefacebooked.

Also, so könnte man jetzt meinen, Hände weg und lieber heraushalten?

Carolin Horn: „Es gibt genau drei Möglichkeiten, mit Kununu umzugehen: Ignorieren, Beobachten, aktiv werden.“

Die schlechteste ist, das Portal zu ignorieren – „sprechen Sie mit, oder es wird über Sie gesprochen“. Das Mindeste ist, die Portale zu beobachten – dafür gibt’s auf Kununu ein eigenes Tool. Für Twitter kann man TweetDeck einsetzen und für Blogs und Foren eignet sich ein Google Allert ganz gut. Natürlich haben Agenturen noch ihre eigenen Beobachtungsangebote, die professioneller und umfassender aufgesetzt sind. Die optimale Vorgangsweise ist die aktive Beteiligung – siehe der „Goldene Weg“.

Glaubwürdigkeit vor Repräsentativität

Ob es uns nun passt oder nicht, bei Kununu geht es nicht um ein repräsentatives Ergebnis einer Mitarbeiterbefragung. Hier schlägt die „Empfehlergesellschaft“ zu. Drei Leute genügen, um einen guten Ruf zu untermauern oder zu beschädigen. Und wie sehr die Bewertungen auf Kununu beachtet werden, zeigt die Zugriffsstatistik: 4000 Leute etwa haben sich die Bewertungen bei Thalia angeschaut, genauso viele interessierte das Urteil der fünf Poster bei den Barmherzigen Schwestern. Diskonter Hofer kommt schon auf 95.000 interessierte Hingucker und auch Kununu selbst stellt sich der Bewertung und wurde schon 97.000 mal aufgerufen. Also gleich nachschauen – vielleicht weiß Kununu ja schon mehr über die Befindlichkeit Ihrer Mitarbeiter, als Sie selber ahnen.

PS: Kununu, das von bezahlten Firmenporträts lebt,  hat eine recht eigenwillige Art zu werben: Mit Zombies . .

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