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Wer geht noch mit dem Bauchladen?

Wer geht noch mit dem Bauchladen?

„Ich mach‘ mich selbstständig“ – mit dieser Meldung überraschte kürzlich ein Bekannter, der etliche Jahre in einem Unternehmen als Führungskraft  geschuftet hat. Jetzt wollte er von mir Tipps für den Websiteauftritt und für die Medienarbeit.

Dass er den Schritt zum eigenen Beratungsunternehmen hochmotiviert und mit einer Fülle von Ideen angeht, liegt in seiner Natur. Dass er dabei über die Stränge schlägt und fundamentale Planungsgrundsätze über  Bord wirft, überrascht allerdings. Auf die Frage: „Wie legst du dein Business an, wie wirst du dich positionieren?“ kommt ein ganzer Bauchladen an Kompetenzen, Produkten, Angeboten, Ausbildungen und Beratungsthemen auf mich zu.

Eine klassische Falle, in die viele Gründer tappen. Weil sie fast platzen vor Ideen und Expertise wollen sie in ihrer Unternehmensdarstellung auf nichts verzichten und sich nach allen Seiten absichern. Das sichtbare Ergebnis solcher Bauchladen-Unternehmen ist dann eine Visitenkarte mit einer ganzen Kette von unterschiedlichen Geschäftszweigen, die da unter dem Namen aufgelistet werden, als gelte es einen Vielseitigkeitsbewerb zu gewinnen.

Schritt für Schritt

Der Erfolg in der Öffentlichkeitsarbeit aber kommt in einer schmalen Gasse, in der nichts vom Ziel ablenkt.  Nur wer sich in der Kommunikation auf das Wesentliche konzentriert, wird in der Fülle der Marken und Informationen da draußen überhaupt wahrgenommen.  Die Positionierung ist der wichtigste Eckstein im Kommunikationskonzept, das jeder Öffentlichkeitsarbeit zugrunde liegen sollte. Dieses umfasst eine ganze Reihe von Schritten  – aber dazu mehr ein andermal.

Ohne Kommunikationskonzept  fange ich nicht an, an der Webseite herumzubasteln oder Medienarbeit aufzusetzen. Das Kommunikationskonzept aber wiederum wurzelt im Unternehmenskonzept.

Also rate ich meinem Bekannten, einen Schritt zurück zu treten und sein großes Feld der Angebote zu reflektieren.  Zielführend können dabei die berühmten fünf  Fragen nach Peter F. Drucker sein. Sie helfen, sukzessive den Bauchladen auszuräumen, bis ganz klar auf der Hand liegt, was das ganz Besondere und Wertvolle an seinem Unternehmen sein wird und was damit bewirkt werden soll.

Die fünf Fragen nach Peter F. Drucker adaptiert für einen Gründer:

  • Was ist meine Mission, mein Auftrag?
  • Wer sind meine Kunden / Klienten?
  • Worauf legen meine Kunden / Klienten Wert?
  • Was sind meine Ergebnisse/Wirkungen? 
  • Was ist mein Plan / meine Unternehmensstrategie ?

Foto: Wolfgang Welter

 

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