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Was passiert mit unseren Daten?

Was passiert mit unseren Daten?

Wenn der als Facebook-Kläger bekannt gewordene Jurist Max Schrems am Podium sitzt und als „guter Bulle“ auf den  Online-Marketer  Stephan Waltl  als „bösen Bullen“ trifft, dann steht die gesellschaftspolitische Dimension von Social Media im Vordergrund. Aber auch für Praktiker war in der Diskussion im Presseclub – geleitet von Vorstandsmitglied Heidi Vitez – einiges drinnen.

Das Web: Das passiert wirklich mit unseren Daten! – so betitelte sich die Veranstaltung im oberösterreichischen Presseclub, die man sich als PR-Schaffende natürlich nicht entgehen lassen darf. Schließlich sind Websites und Social Media ganz wichtige Instrumente der Unternehmenskommunikation. Dabei ist den wenigsten Kunden bewusst, dass sie, wenn Sie google analytics auf ihrer Webseite werken lassen „die Daten automatisch an Google übergeben“, wie Stephan Waltl es ausdrückte. Zudem würden die meisten Unternehmen auf die verpflichtende Erwähnung, dass die Webseite von analytics überwacht wird, vergessen.

Noch krasser ist es mit Facebook. Alles was wir hier draufstellen ist Eigentum des Unternehmensriesen Facebook und wird klarerweise bis ins Detail analysiert, um daraus die maßgeschneiderten Werbezugänge zu kreieren. Wenn Waltl für seine Kunden bei Facebook oder Google Anzeigen bucht, dann kann er das so zielgerichtet wie in keinem anderen Medium tun. Beispiel gefällig? Eine Veranstaltung soll nur bei Usern mit Kindern im Alter zwischen 6 und 12 Jahren, die ein I-Phone besitzen und  im Umkreis von 20 Kilometern von St. Pölten wohnen, auftauchen. Kein Problem, Facebook macht‘s möglich.

Werbung im eigenen Saft

Der Effekt für die Konsumenten ist, dass sie zusehends von Werbung umgeben werden, die aufgrund ihres Internetverhaltens für sie ausgesucht und zusammengestellt wurde. „Die Leute braten immer mehr im eigenen Saft“, kreidet folglich Max Schrems an. Dass es auch alternative Plattformen gibt, wird von den meisten Konsumenten aber aus Bequemlichkeit gar nicht erst thematisiert: „Bequemlichkeit sticht Wahlfreiheit“, so Schrems. Der Wiener Jurist ist der Mann, der Facebook verklagte.  Schrems legte sich mit dem Milliardenkonzern wegen dessen laxen Umgangs mit dem Datenschutz an. Er sei nicht gegen Facebook und Co als virtuelles Netzwerk, versicherte Schrems. Allerdings sollten sich auch die Daten-Giganten an Grundsätze des Datenschutzes halten.  Daher unterstützt Schrems auch die neue EU-Datenschutzverordnung, gegen die allerdings von US-Lobbyisten massiv interveniert wird. Die Amerikaner, die einen viel lockereren Umgang mit Daten pflegen, fürchten, durch eine „Lex EU“ international in die Schranken gewiesen zu werden. Schrems rät daher, den Abgeordneten per E-Mail Rückendeckung zu geben: „Lassen sie die österreichischen EU-Abgeordneten wissen, dass ihnen der Datenschutz wichtig ist.“

 Wer im EU-Parlament sitzt, kann auf der Plattform von respect.net nachgelesen werden.

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