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Was mögen Journalisten und was nicht?

Was mögen Journalisten und was nicht?

Gleich vorweg: Journalisten sind keine besseren Menschen als Rauchfangkehrer, Buchhalter oder Lehrer. Sie haben nur Kraft der Medien, für die sie arbeiten, einen höheren Aufmerksamkeitsfaktor. Sie sind Multiplikatoren. Wer deshalb besondere persönliche Allüren pflegt, ist schlichtweg unprofessionell.

Sehen wir uns daher die Zusammenarbeit mit  den Medienvertretern von der sachlichen Seite her an: Journalisten haben den Auftrag, Neuigkeiten aufzustöbern, interessante Beiträge zu verfassen, ihre Leser aktuell zu informieren und zu unterhalten. Sie interessieren sich also für alles was neu ist, sich vom Alltäglichen abhebt, aus der breiten Masse hervorsticht. Die alte Formel „bad news are good news“ stimmt nach wie vor. Aber nicht, weil Journalisten so blutgierig oder so feindselig sind, sondern weil sich ihre Leser – also wir – ergötzen am Unglück anderer, am Leid woanders oder am Unvermögen von anderen. Jetzt einmal abgesehen vom blanken Informationsauftrag wo vor negativen Ereignissen gewarnt werden muss, bedienen Medien die Interessen ihrer Leser.

Was gibt es Neues?

Das Interesse von Unternehmen oder Organisationen auf der anderen Seite ist es, in der Öffentlichkeit einen guten Eindruck zu machen, die eigene Reputation zu pflegen und in diesem Sinne auch hohe Bekanntheit zu erreichen. Zum Glück besteht eine Zeitung oder ein Magazin nicht von vorne bis hinten nur aus „bad news“. Also ist genügend Spielraum für eine gedeihliche Zusammenarbeit.

Die alles entscheidende Frage ist: Kann ich als Unternehmen oder Organisation Information bieten, die genau in das „Beuteschema“ von Journalisten fällt? Wenn ja, dann nichts wie ran an die Damen und Herren Redakteure.  Wenn Sie aber in den Medien präsent sein wollen*, dann müssen Sie auch bereit sein, deren Fragen exakt und konkret zu beantworten, Zahlen & Fakten herauszurücken und geduldig zu warten, wie die Schreiber oder Sendungsgestalter  die Informationen verarbeiten.  Denn, was diese zu Recht nicht mögen ist:

  • dass man ihnen Halbwahrheiten auftischt und Wichtiges verschweigt,
  • dass man ihnen vorgibt, wie sie die Story schreiben (also ihre Arbeit machen) sollen und
  • dass man sie mit Anrufen bombardiert, wenn der Beitrag nicht schon am nächsten Tag im Blatt ist.

Schwamm drüber

Da Journalisten aber auch nur Menschen sind, können natürlich Fehler passieren. In der Eile wird aus dem Geschäftsführer Wögerer ein Herr Wöhrer oder aus dem stolzen 20 Millionen Euro Umsatz ein bescheidener 2 Millionen Erfolg. Wie überall schützt gute Vorbereitung auf ein Journalistengespräch (ob persönlich oder am Telefon) vor allzu groben Schnitzern. Tippfehler können aber immer passieren. Bei Kleinigkeiten, drücken Sie am besten ein Auge zu (schließlich ist die Zeitung von gestern  das Altpapier von heute). Bei falschen Fakten, die Ihnen wichtig sind, ist ein höflicher Anruf beim Schreiber aber durchaus angebracht. Ein fair agierender Redakteur wird sich um eine Korrekturmeldung bemühen.

* Natürlich gibt es auch den Fall, dass man eigentlich mit einem Thema gar nicht in den Medien sein will und trotzdem von Journalisten befragt wird – aber das ist eine andere Geschichte.

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