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Was kostet ein Leserbrief?

Was kostet ein Leserbrief?

Die Medienwelt ist keine Einwegkommunikation. Heute hat jeder Medienkonsument die Möglichkeit, mit Medien in Kontakt zu treten oder über Medien gehört /  gesehen zu werden. Gewusst wie, ist hier die Frage. Wer sich in die Kommunikation mit Medienmachern einklinkt, sollte ein paar Dinge beachten.

Die wohl bekannteste und vielleicht auch älteste Form, mit einem Medium ins „Gespräch“ zu kommen, ist der Leserbrief. Der kostet nichts, verlangt aber ein gewisses Maß an schreiberischem Talent. Kurz soll er sein und pointiert zur Sache kommen. Wer zu lange schreibt, riskiert inhaltsverzerrende Kürzungen durch die Redaktion.

Manche Medien haben da schon eine regelrechte Leserbrief-Gemeinde. Man kennt sich und man weiß den einen oder anderen Schreiber auch schon einzuschätzen. So haben beispielsweise die wirtschaftlichen Ätzes des Herrn Turecek in den OÖN (ein ehemaliger Rundschau-Redakteur)  sicher schon Stammleserpotenzial. Dagegen ist es ein offenes Geheimnis, dass Leserbriefe in der Krone womöglich der Feder eines hausinternen Schreibers entspringen und dem beliebigen Herrn Mayr aus Wien oder der Frau Huber aus Mödling zugeschrieben werden.

Wer einen Leserbrief schreiben möchte, sollte sich tunlichst auf einen vorhergegangenen Beitrag im gleichen Medium beziehen – das versteht die Redaktion dann als erwünschte Resonanz und wird den Kommentar zeitnahe veröffentlichen. Generelle Ergüsse über Gott und die Welt liegen dagegen schon einmal länger „auf Halde“. Medien, die Gastkommentare veröffentlichen, wie etwa das Wirtschaftsblatt, bieten damit gewieften Eigenvermarktern eine attraktive Bühne. Einer, der das gut zu nutzen weiß, ist beispielsweise der Rohrbacher Markenexperte Michael Brandner. Hier gilt: Je attraktiver und tagesaktueller das Thema, oder je prominenter der Absender, desto größer die Chance auf Veröffentlichung.

Jüngere Medienkonsumenten nehmen wohl lieber den direkten Weg (ohne Begutachtung durch einen Redakteur) und klinken sich auf den Social-Media Seiten des jeweiligen Mediums mit einem Kommentar ein. Das unter einem Nickname zu tun, ist übrigens inzwischen echt verpönt. Wer eine Meinung hat, sollte dazu auch stehen und sie so formulieren, dass bei aller Kritik doch Anstand und Respekt gewahrt bleiben.

Alles, was schriftlich ist, lässt uns Zeit zum Überlegen. Sogar ein Facebook-Kommentar geht erst online, wenn wir bewusst auf „posten“ klicken. Viel heikler sind dagegen Meinungen / Kommentare, die in Echtzeit an die Öffentlichkeit dringen. Wer im Fernsehen oder im Radio spricht, sollte sich vorher gut überlegen, ob er das tatsächlich will und ob er dem Medium auch gewachsen ist. Zu oft sieht man harmlose Seher/Hörer, die sich life auf Sendung gnadenlos blamieren, weil sie inhaltlich  herumeiern, zwischen Dialekt und Schriftsprache stolpern oder Ausdrücke verwenden, die ihnen hinterher leid tun (was übrigens auch Politikern oder hohen Wirtschaftsfunktionären durchaus passieren kann). Dass man sich auf diese unmittelbare Form der Medienkommunikation vorbereiten kann und den Umgang mit der Kamera / dem Mikrophon auch von Zeit zu Zeit trainieren sollte, sei hier nur am Rande erwähnt.

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