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Warum so kompliziert?

Warum so kompliziert?

„Es wird ihnen vorgeworfen, sie würden sich zu schlecht verkaufen, weil sie zu sehr in ihrer Thematik stecken“ – schreibt OÖN-Redakteurin Elisabeth Eidenberger in einem Kommentar. Gemeint sind „die Wissenschaftler“. Und sie nennt gleich ein Beispiel: Bei einer Pressekonferenz hätten es drei Professor/-innen der JKU nicht geschafft, in aller Kürze zu erklären, was sie denn eigentlich in ihrem Forschungsfeld tun.

Wichtiger denn je

Forschung und Innovation sind offenbar wirklich schwer vermittelbar. Da sind wir bei einem Spezialgebiet der PR, der Innovationskommunikation. Unternehmen tragen ihre Innovationsfähigkeit so gerne vor sich her, weil sie damit Image und Reputation stärken wollen, weil sie auf neuen Märkten punkten oder bestehenden Kunden ihre Erneuerungskraft siganlisieren wollen. Und nicht zuletzt gelten innovative Unternehmen auch als attraktive Arbeitgeber. Eine Menge Gründe also, aufzuzeigen, dass man innovativ ist. Leider bleibt’s in vielen Fällen beim Schlagwort. Den wenigsten gelingt es, breitenwirksam zu erklären, was ihre Innovation bedeutet und was sie so besonders macht. Dementsprechend abgestumpft sind auch Medienvertreter, wenn wieder einmal ein Unternehmer auf seine Innovationen pocht.

Dabei wäre so oft Bedarf nach guten Erklärungen – nicht nur gegenüber Journalisten. Auch in Vorträgen, auf Messen, bei Förderstellen oder auf der eigenen Website ist Klartext gefragt. Nicht zu vergessen, dass manche Neuerung erst einmal dem eigenen Vorstand, der eigenen Geschäftsführung oder den Mitarbeitern schmackhaft dargeboten werden soll. Oder – noch weiter zurückgedacht – man bindet die virtuelle Community der Konsumenten gleich in den Entwicklungsprozess mit ein.

Klare Bilder, klarer Nutzen

Wie aber macht man nun ein meist wirklich sehr komplexes neues Verfahren oder eine gar nicht sichtbare Verbesserung in einem Werkstoff interessant und verständlich? Hier greifen die Spielregeln der Medienarbeit am allerbesten:

  • Signalisieren Sie Aktualität  anhand von aktuellen Themen.
  • Finden Sie einfache, praktische Beispiele der Anwendung.
  •  Verpacken Sie die Neuerung in eine spannende Geschichte.
  • Bringen Sie Vergleiche zu bereits bekannten Produkten.
  • Zeigen Sie den praktischen Nutzen der Erfindung auf.
  • Machen Sie auf die positiven Folgen der Anwendung aufmerksam.
  • Verbinden Sie die Neuerung mit den handelnden Personen.
  • Liefern Sie einfache, aussagekräftige Bilder oder Grafiken dazu.

Eine Menge Möglichkeiten also, um die Innovation für die Zielgruppen verständlicher zu machen. Allerdings gelingt das nur, wenn die Kommunikation im Innovationsmanagement gleich mitgedacht wird. Die Entstehung geeigneter Unterlagen, Bilder, Vergleiche etc. ist ein Prozess, der auch das Verständnis für die beteiligten Forscher verändert. Unter dem Gebot der einfachen Darstellung gelingt es viel eher, die eigenen Kollegen „mitzuziehen“ und zu eigenen Beiträgen anzuregen.

Das denkende Blech, der Stein in Leder-Optik, die sprechende Folie – schöne Beispiele dafür, wie lebendige Bilder für hochkomplizierte chemische oder physikalische Innovationen gefunden wurden. Bitte mehr davon!

Foto: Leather-Look by Strasser / www.strasser-steine.at

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