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Wann lohnt sich eine Pressekonferenz?

Wann lohnt sich eine Pressekonferenz?

Pressekonferenzen sind wie hoch wirksame Medikamente, sie sollten daher nur in kleinen Dosen verabreicht werden. Wenn man zu viel davon abgibt, schwächt das die Wirkung und schädigt womöglich sogar nachhaltig den „Organismus“ Öffentlichkeitsarbeit. Und dennoch gibt es Anlässe, da lohnt es sich durchaus, sich eine Pressekonferenz zu verordnen.

Sympathischer ist mir allerdings die Bezeichnung „Pressegespräch“. Das hat weniger Verlautbarungscharakter und mehr die Anmutung einer informellen Runde. Schließlich ist auch das Pressegespräch nicht mehr und nicht weniger als ein Informationsangebot an Medienvertreter. Es kann daraus keine verbindliche Berichterstattung abgeleitet werden und schon gar nicht ein Anrecht auf positive Resonanz.

Wann ist nun ein Pressegespräch Anlass gemäß? Da gibt es eine Hand voll Überlegungen, die als Entscheidungsgrundlage dienen können:

  1. Ist die Aktualität des Themas so hoch, dass es die Fairness gebietet, alle Medien am Platz gleichzeitig zu informieren?
  2. Ist das Thema so komplex, dass es sinnvoll ist, gleichzeitig mit der Information auch die Nachfragemöglichkeit anzubieten?
  3. Besteht von Seiten der Journalisten das Interesse, die Informationsgeber – in der Regel die Geschäftsführer oder Sprecher von Unternehmen und Organisationen – auch persönlich kennen zu lernen?
  4. Besteht das Interesse der Informationsgeber die Ansprechpartner der Medien persönlich kennen zu lernen?
  5. Will man über ein Thema nicht nur informieren, sondern auch etwas herzeigen?

Wenn diese Gründe – oder Teile davon – zutreffen, dann kann es Sinn machen, zu einem Gespräch einzuladen. Wer allerdings erwartet, dass dann – so wie beim Pressefoyer nach dem Ministerrat – sich Dutzende Journalisten, Kameras und Mikrophone  zu dem Gespräch einfinden, dem sei empfohlen, seine Erwartungen herunterzuschrauben. Journalisten stehen heute mehr denn je unter Zeitdruck. Zu den üblichen Informationskanälen wie Pressegespräche, Agenturmeldungen, Pressemitteilungen etc. sind die Social Media gekommen, die ebenfalls beobachtet und auf Neuigkeiten abgegrast werden müssen. Also sollte man – je nach Veranstaltungsort – mit einem kleinen Kreis von Gästen, die der Einladung zum Gespräch folgen, schon sehr zufrieden sein.

Und was sagt ein Blick in den Handwerkskoffer über die notwendigen organisatorischen Schritte für ein Pressegespräch? Fingerspitzengefühl braucht die Wahl des Termines und des Veranstaltungsortes. Eine gute Empfehlung für alle, die ihren Wirkungsbereich mehr als 40  Kilometer von der Landeshauptstadt entfernt haben, ist es, die Räumlichkeiten des oö Presseclubs zu nutzen. Auch eine Terminabfrage im Presseclub-Kalender kann hilfreich sein. Schließlich will man seine Story ja nicht am gleichen Tag mit womöglich dem größten Mitbewerber auftischen.

Ansonsten gilt wie immer und überall: „Service is our success“!

  • Die Einladung sollte mindestens acht Tage vor der Veranstaltung rausgehen und alle wichtigen Infos wie Thema/Anlass, Gesprächspartner, Zeit, Ort und Parkmöglichkeiten beinhalten.
  • Der Konferenzraum  sollte ausreichend Platz für die zu erwartenden Gäste bieten, aber auch nicht zu groß und ungemütlich sein.
  • Die Bewirtung erfolgt der Tageszeit entsprechend (alles nach Mittag ist bereits denkbar ungünstig) und nicht zu pompös  – Fingerfood ist angesagt, da sich Journalisten aus zeitlichen Gründen meist am einfachsten während des Gespräches stärken wollen.
  • Die Pressemappe sollte alle relevanten Informationen zum Thema und zum Veranstalter sowie ein sehr gutes Fotoangebot auf Datenträger enthalten.
  • Eine dezente Moderation der Veranstaltung ist angezeigt, damit Gespräch und Journalistenfragen flüssig und unter Beobachtung des Zeitverlaufs von statten gehen. Nach einer Stunde ist das Gespräch in der Regel abgeschlossen.

 

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