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SMN – die neue Pressestelle?

SMN – die neue Pressestelle?

Ernst Demmel hat beruflich mit Social Media zu tun – was liegt näher, als auch seine Diplomarbeit dem Thema zu widmen. Demmel stellte beim Medienfrauen-Abend erste Ergebnisse aus einer Umfrage unter Journalisten und Bloggern vor. Ziel der Umfrage war es, herauszufinden, wie Journalisten bzw. Blogger die neuen Social Media Newsrooms von Unternehmen nutzen.

Doch zuerst zur Begriffsbestimmung. Was ist eigentlich ein Social Media Newsroom (SMN)? Kurz gesagt, werden auf einer Seite alle online-zugänglichen Facebook-Posts, Bilder, Tweets, Videos, Links, Power Points etc. gesammelt dargestellt. Ein „one-stop-shop“ für Informationen sozusagen. Basis ist meist eine Blog-Software – zum Beispiel WordPress – die in die Firmenwebsite eingebunden wird. Funktionierende Beispiele für Social Media Newsrooms gibt’s etwa bei Silhouette, Burda,  oder Shopping 24.

Blogger sind die neuen Journalisten

Warum aber macht es Sinn, Blogger – die ja oft Privatpersonen sind – mit Infos zu servicieren? „Weil“, so begründet Demmel, „die Summe der kleinen Medien (Blogs) irgendwann größer ist, als das größte klassische Medium (Zeitung, Fernsehen etc.). Und weil sich Blog-Beiträge einer sehr hohen Glaubwürdigkeit erfreuen – ihnen glaubt man mehr, als der Unternehmenswebsite. Das ist eine große Chance. Allerdings greifen Blogger nicht gerne auf herkömmliche Presseaussendungen zurück. Zu werblich seien diese zumeist noch formuliert. Blogger recherchieren gerne selber und tragen aus verschiedenen Infos ihre persönliche Einschätzung zusammen. Dabei spielen Bilder und Filme eine immer größere Rolle.

In Demmels Umfrage, bei der 103 Antworten ausgewertet wurden, zeigte sich, dass Journalisten sogar ähnlich agieren wie Blogger – oder umgekehrt, dass Blogger journalistisch denken.

Was braucht ein Social Media Newsroom, um genutzt zu werden?

  • Aktualität – damit verbunden ein hoher personeller Aufwand
  • Rechtsfreiheit – alle Daten müssen frei und kostenlos zur Verfügung stehen
  • Transparenz – Werbebotschaften sind tabu, Authentizität ist gefragt
  • Informationstiefe – Nur Text ist zu wenig, Bilder, Sounds etc. gehören dazu
  • Volltextsuche – Service geht über alles
  • Keine Anmeldung – alle Daten sind für alle frei zugänglich.

Schon aus diesen Anforderungen geht hervor, dass der Betrieb eines Social Media Newsrooms mit deutlichem zeitlichen Aufwand verbunden ist. KMU werden mit Silhouette wohl kaum mithalten können. Aber es gibt auch da Möglichkeiten, besser zu servicieren.

Was rät Ernst Demmel allen, die einen Social Media Newsroom aufbauen wollen? Richtig: Erst die Strategie, dann die Umsetzung.

Und das sind für den Social Media Experten  die zehn wichtigsten strategischen Entscheidungen:

  1. aktiv versus passiv
  2. Dialog versus Werbesprache
  3. all in one versus monothematisch
  4. Reichweite versus Beziehungstiefe
  5. quick an dirty versus Perfektion
  6. partizipativ versus zentralistisch
  7. intellektuell versus emotional
  8. frech versus solide
  9. regional versus international
  10. inhouse versus extern.

 

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