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Sind Blogger auch Journalisten?

Sind Blogger auch Journalisten?

Blogs als Kommunikationsmittel  sind im Aufwind. Nicht so sehr in der ursprünglich geplanten Form als „persönliche Tagebücher“, aber mehr und mehr als ernstzunehmende Internetmedien. Aber sind die Schreiber deshalb gleichauf mit ihren journalistisch tätigen Kollegen in den Zeitungs-, TV- und Radioredaktionen? Manche Blogs, so stellt das Magazin „Absatzwirtschaft“ fest, agieren schon wie Mikro-Verlage – sie kaufen Artikel ein, publizieren diese und leben von Werbeeinschaltungen.

In manchen Branchen werden Blogger aber mehr und mehr zu Kollegen der klassischen schreibenden Zunft. Im Modebusiness, in der Gastro-Szene und im Tourismus beispielsweise, wo bekanntlich die Hauptinformation übers Internet läuft, werden Blogger auch zu Veranstaltungen – Pressereisen etc. eingeladen. Dass da die beruflichen Pressebetreuer noch ein wenig halbherzig ans Werk geht, macht aus aktuellem Anlass derzeit in Bloggerkreisen die Runde. So hat der bekannte österreichische Blogger „Schneeengel“ etwa über seine Einladung zum Wandern mit dem Herminator berichtet und dabei gleich die peinlichen Pannen der Organisatoren auf den Bildschirm gehoben. Obwohl der Mann nämlich vom Tourismusverband Flachau eingeladen worden war, scherte sich offenbar vor Ort keiner um den Gast. Die anwesenden Journalisten dagegen wurden eifrig hofiert und servisiert.

Unterschätzt?

Die Diskussion ist also eröffnet: Sind Blogger auch Journalisten, denen die entsprechende Aufwartung zu machen ist? Oder sind Blogger lediglich private Freaks, die sich über das Schreiben von Beiträgen selbst verwirklichen wollen? Wer jetzt meint, das sei doch egal, das gehe ihn als Unternehmenskommunikator oder Pressesprecher nix an, der sei gewarnt. Diese Einstellung könnte noch schwer in die Hose gehen. Spätestens wenn ein gut besuchter Blog aus eigenem Antrieb eine Negativbeurteilung über ein Unternehmen oder ein Produkt auf seine Leser loslässt und diese das dann eifrig viral verbreiten, ist Feuer am Dach.

Also zurück zur Ausgangsfrage: Sind Blogger auch Journalisten? Meiner Meinung nach jein. Sie publizieren öffentlich, sie haben Leser – das ist einmal die eine Hälfte des Jobs. Die mindestens andere Hälfte des journalistischen Handwerks heißt recherchieren, gegenchecken, Wahrheitsgehalt abklopfen und dann erst berichten. Welche Blogger arbeiten so?

Tatsache ist allerdings, dass Blogs gelesen werden auch wenn sie Kolumnen-Charakter haben und persönliche Wahrnehmungen wiedergeben. Ein  positiver Beitrag kann doch einige Resonanz hervorrufen. Also bleibt für professionelle Öffentlichkeitsarbeiter nur, sich diese Szene einmal genauer anzuschauen und sie künftig neben der klassischen Pressearbeit auch mitzudenken.

PS: Der Schneeengel hat die Einladung zum Wandern bei einer Ausschreibung für Blogger gewonnen – coole Idee!

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