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Muss man auf Facebook dabei sein?

Social Media sind fixer Bestandteil unserer Kommunikationskultur. Daran führt kein Weg mehr vorbei. Was das aber nun für einzelne Unternehmen und deren handelnde Personen heißt, ist noch immer ein offenes Diskussionsfeld. Was bringt’s und wieviel kostet es an Zeit und Geld, dabei zu sein, sind die aktuellen Fragen.

„Muss ich denn unbedingt auf Facebook sein, ich hab‘ doch gar keine Zeit dafür“ – so fragte mich kürzlich der Geschäftsführer eines erfolgreichen oö Unternehmens. Meine klare Antwort: Ja und Nein.

Ja, was die Präsenz des Unternehmens in den sozialen Netzwerken betrifft. Genauso wie die eigene Website sind Unternehmensseiten in den Social Media – ein must have. Allerdings muss man sich gut überlegen, wo und wie man auftritt. Das hat sich inzwischen wohl auch herumgesprochen. Strategy und Policy sollten professionell erarbeitet und festgelegt werden. Und dann fährt der Zug in alle Richtungen.

„Social Media-Plattformen sind die Nachrichten-Plattformen der Zukunft und sowohl Journalisten als auch PR-Experten müssen sich darauf einstellen.“ – eine zentrale Aussage von Wirtschaftsblatt-Redakteur Peter Sempelmann beim heurigen PR-Tag des Public Relations Verband Austria vor zwei Wochen in Wien. Klar, dass die Veranstalter auch gleich selbst mit Video- und Twitterwall mit den neuen Kommunikationsmöglichkeiten spielten. Interessant ist der gedankliche Brückenschlag zwischen den Welten. So wurde die Talkrunde zum gesprochenen Tweet – ein cleverer Schachzug des Moderators, um die Leute zur Kürze anzuhalten 🙂

Die Auswahl an neuen Medien ist riesig, mit Blick auf die bei uns am meisten frequentierten Tools aber doch überschaubar:

Twitter – noch immer ein Nischentreff für Journalisten, Politiker, Promis – nur über’s Handy sinnvoll.

Facebook – Tummelplatz der breiten Masse, ideal für den Aufbau großer Communities und Kampagnen – 2,8 Millionen Österreicher sind dabei. Da können lokale Netze wir SanktOnline oder Muehl4telbook nicht mithalten.

Youtube – unverzichtbar für Unternehmen, wenn sie auch wirklich was zum Herzeigen haben (Emotionen oder Service).

Flickr, picasa – als Fotoplattformen ideal für Fanaktivitäten. Die virtuelle Pinnwand Pinterest wächst stark im privaten Bereich, ist aber auch für Tourismus oder online-Shops ideal. Die Foto-Spielzeugecke Instagram (gehört auch schon zu Facebook) ist vom Nutzen für Unternehmen her noch umstritten. Abwarten.

Corporate Blog – das ideale eigene Special-Interest-Medium für Kund-/innen.

Xing – für Businss-Kontakte besser als Facebook (bei uns mehr Frequenz als LinkedIn)

Kununu – das Pflichtprogramm für Personalisten.

Was nun aber die persönliche Präsenz von Unternehmern anbelangt, so ist ein Nein durchaus ok. Zwar trifft man auch auf Facebook bekannte oberösterreichiche Manager wie etwa Gespag-Chef Karl Lehner, Softwarepark-Tausendsassa Bruno Buchberger oder Bfi-Geschäftsführer Christoph Jungwirth. Die meisten Firmenchefs halten sich aber bislang fern. Auf Facebook gilt für mich: Alles oder nichts. Wer ein persönliches Profil pflegt, tritt öffentlich auf, so wie er ist. Punktum. Der Chef „zum Angreifen“ sozusagen. Das Jonglieren mit abgestuften Freundesgruppen ist zwar möglich, aber dennoch können sich mit der Zeit alle ein Bild von der Person machen. Deshalb ist es generell ratsam, nur das zu posten, was man auch in einer Smalltalk-Runde in der realen Welt preisgeben würde.  Also, entweder man macht mit, oder man lässt es bleiben. Ein leeres Profil ist übrigens auch ein Statement: Jeder denkt sofort an den Schlüsselloch-Gucker, der alles sehen, aber nicht gesehen werden will.

Für die Unternehmenskommunikation ist ein persönliches Facebook-Profil vom Chef nicht unbedingt notwendig. Unternehmensseiten brauchen intensive Betreuung und dafür müssen bei Mitarbeiter-/innen oder Agenturen Ressourcen eingebucht werden.

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