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Kein Marketing-Gag

Kein Marketing-Gag

Wenn Markus Kreisel über Marketing spricht, dann wirft er nicht mit Fachbegriffen um sich. Viel mehr kommen Ausdrücke wie „Hausverstand“, „Bauchgefühl“ und „Wahrheit“ vor. Der Geschäftsführer und Eigentümer des Freistädter Vorzeigeunternehmens Kreisel Electric steht mit beiden Beinen fest am Boden und redet auf der riesigen Bühne des Design-Centers so, wie er auch daheim in Freistadt redet. So haben wir ihn als Referent beim Linzer Marketing Forum 2017 erlebt.

Dass er und seine beiden Brüder und Geschäftspartner von den Medien als die „Batteriebrüder“ gefeiert werden, stört ihn ein wenig: „Das sind wir nicht“. Kreisel entwickelt hocheffiziente Stromspeicherlösungen und ist damit weit über den Einsatzbereich bei Autobatterien hinaus. Gleichwohl sagt ihm sein Instinkt, dass Komplexität nichts ist, was eine Story wirklich sexy macht. Also freut man sich doch darüber, dass die Geschichte von den drei mühlviertler Brüdern, die in einer Garage an der Autobatterie der Zukunft getüftelt haben, bei den Medien so genüsslich ausgeschlachtet worden ist. Schließlich habe man für diese Publizität nichts bezahlen müssen, reibt sich der Mühlviertler nachträglich die Hände.

Mit Arni auf Du und Du

Dass zur guten Gründer-Story auch noch ein kräftiger Schuss Promi-Bonus dazukam, betrachten die Kreisels ebenfalls als Glücksfall. Ihr internationaler Markenbotschafter ist immerhin Arnold Schwarzenegger und der war einfach von der coolen Idee der Brüder begeistert, seinen schwergewichtigen Hummer auf Elektrobetrieb umzurüsten. Seither fährt Arni mit Freistädter Kennzeichen in Kalifornien durch die Gegend und sorgte dafür, dass sein Foto mit dem Kreisel-Logo auf dem prominentesten Leuchtplakat schlechthin mitten am Times Square in New York prangte. Dass die Kreisels laut Markus hin und wieder Arnies Strafzettel abzahlen müssen, ist zumindest gut erzählt und passt zur Story „Arnold und die Freistädter Batterie-Brüder“.

Nun sollte nicht der Eindruck entstehen, dass alles was da heute über den Kreisels glitzert strategisch geplant war. Manches in Sachen PR ist einfach passiert. Manches aber durchaus mit dem oben genannten Hausverstand geplant. So sagt Markus Kreisel über sein neues Firmengebäude in Rainbach etwa: „Das war kein Marketing-Gag. Und trotzdem ist das kein Produktionsgebäude, das sind 7000 Quadratmeter Werbefläche“. Gemeinsam hatten die  Brüder nämlich die Idee, das neue Gebäude in Form des Kreisel-Sterns (der sich aus drei Ks zusammensetzt) zu bauen, um möglichst klare logistische Abläufe zu gewährleisten. Und auch das Eröffnungsevent mit 1000 Gästen war höchst professionell aufgesetzt. und selbstverständlich steht der junge Unternehmer mit einem weithin sichtbaren Kreisel-Logo am T-Shirt auf der Bühne.

Innovation, Authentizität und Begeisterung

Was können sich andere Unternehmen für ihren öffentlichen Auftritt von den Kreisels mitnehmen?

Der wichtigste Satz für Markus Kreisel ist, dass im Mittelpunkt aller PR und allen Marketings das extrem gute Produkt stehen müsse: Alles andere würde irgendwann wie eine Luftblase platzen. Also, Professionalität und Innovation bei den Produkten, dazu Authentizität von den handelnden Personen und die spürbare Begeisterung für das, was man macht. Wer diese drei Grundsätze beherzige, werde im Marketing Erfolg haben – egal ob btb oder btc.

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