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Kann man Lächeln hören?

Kann man Lächeln hören?

Bürgermeister, Köche, Vereinsobfrauen, Touristiker und Pfarrer – sie alle haben gute Chancen, einmal im Radio zu hören zu sein. Bitte lächeln heißt auch hier die Devise.

Radio-Sender bringen gerne Kurzinterviews – eingebettet in das Musikprogramm. Und weil gerade Sommerradio-Zeit ist, kommen tagaus tagein allerlei Leute vor das Mikrophon, die darauf nie vorbereitet wurden. Auch wenn Natürlichkeit bei solchen Statements die oberste Devise ist, gibt es ein paar Dinge, die man beachten sollte. Sonst ist’s vor Aufregung nämlich vorbei mit der Natürlichkeit . . .

Erstens, lächeln Sie! Auch wenn die Kamera nicht dabei ist, lohnt es sich, beim Reden über angenehme Dinge ein freundliches Gesicht zu machen – Lächeln kann man tatsächlich hören. Die Stimme verändert sich –  wirkt entspannter – und das Zuhören macht mehr Freude.

Zweitens, Atmen Sie ein paar Mal gut durch, bevor Sie zum Mikrophon greifen. Wer vor Nervosität aufs Atmen vergisst, wirkt hörbar gepresst und oft streikt sogar die Stimme und man krächzt.

Drittens, packen Sie nicht zu viele Informationen in Ihr Statement. Weniger ist mehr, vor allem bei Interviews im Radio und im Fernsehen. Die Zuhörer können auf die Schnelle gar nicht alles verarbeiten, was da oft aus dem Munde eines eifrigen Erzählers sprudelt.

Viertens, das Wichtigste zuerst, gilt auch bei Radiointerviews. In der Regel hat man bloß ein paar Sekunden Zeit und schon wird man vom Reporter unterbrochen, der seine Fragen an den Mann oder an die Frau bringen möchte. Was da nicht gleich am Anfang gesagt wird, passt vielleicht später im Gespräch nicht mehr hinein.

Fünftens, hüten Sie sich vor Zahlenkolonnen. Jahreszahlen, Preise, Ergebnisse – was auch immer – sind zu viel, wenn sie hintereinander genannt werden. Überlegen Sie sich vorher, welche die wichtigste Zahl ist, die sie nennen wollen und wiederholen Sie diese lieber im Gespräch noch einmal, damit sie auch wirklich in Erinnerung bleibt.

Sechstens, schreien Sie nicht! Das Mikrofon ist ja nicht da, um via Lautsprecher Menschenmassen vor Ort zu erreichen. Die Mikros, die von den Radioleuten verwendet werden, sind so gut eingestellt, dass sie eine normale Sprechstimme auch beim größten Wirbel rundherum tadellos einfangen können.

Siebtens, sprechen Sie nichts an, was die Zuhörer nicht sehen können. Der Radiomoderator ist es gewohnt, Bilder in Worte zu übersetzen. Ihm oder ihr wird ein „wie man sieht …. „ nicht so schnell über die Lippen kommen.

Achtens, halten sie Blickkontakt mit dem Interviewer. Nicht, weil das ein Zeichen der Höflichkeit ist, sondern weil Sie dann nicht so leicht Gefahr laufen, mit dem Kopf hin und her zu wandern und dadurch die Distanz zum Mikrofon dauernd zu verändern. Auch das kann man nämlich hören.

Neuntens, machen Sie einen Punkt. Gedanklich natürlich. Soll heißen – formulieren Sie keine zu langen Sätze, wo sie sich am Ende darin verheddern und grammatikalisch den Anschluss an den Beginn des Gesagten verlieren.

Zehntens, nehmen Sie es nicht zu ernst. Ein Radio-Interview ist wie ein Windhauch – kaum ausgesprochen, ist es auch schon dahin. Und kurze Statements, die während des Programms „in der Fläche“, also zwischen den Musikstücken, abgespielt werden finden sich kaum in einer „Radio-Thek“ wieder, wo man jedes Hoppala womöglich nachhören und penibel analysieren könnte.

Sollten Sie sich öfter in der Lage befinden, im Radio oder im TV interviewt zu werden, dann zahlt es sich allerdings aus, sich professionell darauf vorzubereiten. Zum Beispiel in einem meiner Seminare.

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