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Freiwillige vor!

Freiwillige vor!

Ein Zeitungsinterview ist in der Politik ein probates Mittel, um einen thematischen Testballon steigen zu lassen. Ist die Aufregung darüber zu groß, kann man einfacher zurückrudern, als dies etwa bei einer offiziellen Presseaussendung möglich wäre.

Grünen-Chef Werner Kogler hat in einem Interview mit der Tiroler Tageszeitung das Thema „Erbschaftssteuer auf hohe Vermögen“ auf den krisenbedingt ideologisch momentan mageren Thementisch gelegt. Und prompt kamen die Stellungnahmen der anderen Parteien – von zustimmend (SPÖ) bis ablehnend (ÖVP, FPÖ). Ein paar Tage lang wird man bei den Grünen nun wohl das Thema in der medialen Diskussion beobachten und ausloten, ob man draufbleiben, oder schnell wieder damit einpacken soll.

Solidaritätsmilliarde

Vielleicht war es Zufall, vielleicht aber auch nicht, dass einen Tag nach diesem Interview auch Caritas-Chef Michael Landau vors ORF-Mikrofon durfte und dabei auf die Situation zahlreicher Österreicher aufmerksam machte, die von der Corona-Krise besonders betroffen sind. Die alleinerziehende Kosmetikerin als Beispiel nennend, die jetzt keinen Job mehr hat und für die Miete schon auf das Ersparte der Tochter zugreifen muss. Die Caritas gibt Essenspakete aus, um zahlreiche Menschen so über Wasser zu halten.

Landau fordert eine Solidaritätsmilliarde vom Bund, um diese Notfälle abzufedern. Denn – so der Caritasvertreter – sonst habe man nach der Gesundheitskrise die soziale Krise mit allen verheerenden Folgen.

Wer soll zahlen?

Wenn aber der Staat jetzt überall aushelfen muss – von der Kurzarbeit bis zum Härtefonds für kleine Unternehmen – muss das Geld irgendwo herkommen. Und die Frage ist legitim: Wer soll bezahlen?

Ich hätte da einen Vorschlag für alle, die jetzt noch immer gegen eine vom Staat verordnete  „Millionärsabgabe“ sind. Ihr könnt ja eure guten Beziehungen zu den reichen und mächtigen in diesem Lande nutzen und diese zu einer freiwilligen Solidaritätsmilliarde einladen. Bei mehr als 300.000 Dollarmillionären in Österreich wären das läppische 3000 Euro pro Millionärsnase. So einen Betrag geben Herr oder Frau Millionär gut und gern für ein Abendessen aus.

Also, bitte gerne einen freiwilligen Solidaritätsfonds einrichten, gespeist von den Reichen in unserem Land. Und wir werden diesen gerne auch das Attribut „Corona-Helden“ umhängen und vom Balkon aus Beifall klatschen!

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