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Die eigene Medienwelt

Die eigene Medienwelt

Unternehmen und Vereine tun es. Und auch Parteien tun es. Sie nützen, dass Internet und Digitaldruck billig sind und schaffen sich ihre eigene Medienwelt.

Was den Unternehmen dient – die eigene Webseite, Social Media von Facebook bis Instragram, Kundenzeitung und Newsletter – das kommt auch mediengeübten Parteien zugute. Warum? In der eigenen Medienwelt gibt es keine gelernten Journalisten, die man zuallererst von seiner Botschaft überzeugen oder für seine Themen interessieren muss. Hier ist der Absender selber „Chefredakteur“. Dementsprechend gefärbt sind die Botschaften.

Die eigene Botschaft

Das ist natürlich legitim, dass einer seine Botschaften verbreitet – sofern er von den Empfängern klar als Absender identifiziert werden kann. Das XY Kundenmagazin trägt das Logo der Firma XY, die Facebookseite heißt so, wie auch die Firma heißt usw.

Bei politischen Parteien ist es allerdings nicht so sehr gewollt, gleich auf den ersten Blick als Absender einer Botschaft ausgemacht werden zu können. So hat sich etwa die FPÖ ein schönes Medienimperium aufgebaut, ohne dass vermutlich die meisten der Rezipienten tatsächlich checken, wes Geistes Kind das ist, was sie lesen, sehen, hören…

In der Tageszeitung „Die Presse“ wird beispielhaft aufgezeigt, welche Titel entweder direkt von der FPÖ „bespielt“, oder von FP-nahen Personen erstellt werden. Und die Liste ist ganz schön lang: Die Facebook-Seite von HC  und FPÖ TV sind da noch die offeneren Gesichter. Anders schaut’s aus mit „Neue Freie Zeitung“, „unzensuriert.at“,  „Aula“, „Zur Zeit“, „Info-Direkt“ oder „Wochenblick“. Letztere – eine Wochenzeitung – liegt in den kleinsten Orten beim Trafikanten am Tresen auf und gaukelt die Berechtigung eines unabhängigen Mediums vor.

Und, ist das tragisch?

Nicht für jene, die ein Impressum lesen und eine redaktionelle Tendenz richtig deuten können. Leider ist das vermutlich bei den wenigsten Lesern / Hörern der Fall. Und so können sich „Fake News“, Angstmache und Menschenfeindlichkeit ungehindert verbreiten. Wie so oft bleibt da als Empfehlung nur noch die alles entblätternde Frage: „Wem nützt’s?“.

 

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