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Alles eine Frage der Kommunikation?

Alles eine Frage der Kommunikation?

Zu spät, zu früh, zu sehr Expertenjargon, zu uneinheitlich . . . von allen Seiten prasselt es derzeit Kritik an der „Performance“ der Bundesregierung. Und manches, was jetzt so negativ gesehen wird, wurde in der Ära Kurz genauso kritisiert, nur mit anderen Vorzeichen. Während damals die Message-Control angeprangert wurde, steht jetzt das Durcheinander in der Kritik und man fordert, die Regierung möge doch mit einer Stimme sprechen.

Ist alles wirklich nur eine Frage der Kommunikation? Mitnichten. Die Menschen sollten mehr auf die Inhalte des Gesagten achten und darauf, was man damit eventuell zudecken möchte.

Überhaupt scheint Kommunikation das Schlagwort der Stunde zu sein. Und das meine ich durchaus im wörtlichen Sinn. Wir werden erschlagen von Corona-Informationssendungen im TV, von Leserbriefseiten und Kommentaren in den Print-Medien und von Wellen der Falsch- oder Halbinfos im Web.

Offenbar hat man erkannt, dass man mit mittelmäßigen Filmen und der x-ten Folge einer Dokusoap nicht so hohe Quoten zusammenbringt, wie mit immer wieder neu mit Aufregung aufgeladenen sogenannten Informationssendungen. Und so kommt es, dass zuerst berichtet, dann analysiert und dann diskutiert wird, sobald auch nur einer von den Entscheidungsträgern einen Huster gemacht hat.

Ist sonst nix los?

Da wünscht man sich als reifer Medienkonsument etwas mehr Zurückhaltung im Aufreger-Thema Corona und mehr Breite bei anderne Themen. Information ist schon ok, aber permanentes Infotainment macht müde und und schließlich auch mürbe.

Print und TV können wir nicht unmittelbar beeinflussen (außer indem wir abschalten oder wegzappen).

Aber auf Facebook beispielsweise sind wir für unsere Postings selbst verantwortlich. Und da läuft das gleiche Spiel – jedes Corona-Aufreger-Posting ruft so und so viele Gegenstimmen auf den Plan. Und schon läuft die Desinformationsspirale wie geschmiert. Ungustiöse Postings würden sich schnell totlaufen, wenn keiner sie liken, kommentieren und gar noch mit eigenem Material ergänzen würde.

Werbeplattform und Punkt

Nehmen wir Facebook als das, was es eigentlich ist: eine Werbeblattform. Von den bezahlten Beiträgen, die sich möglichst viele Leute anschauen sollen, lebt das Geschäft. Und wir dürfen als „Gratis-Nutzer“ die netten Funktionen wie das Hochladen von Fotos oder Messenger-Nachrichten nutzen. Denn jemand muss ja auch das Publikum für die Werbeeinschaltungen bilden und das sind wir. Mehr ist es nicht.

Echter Meinungsaustausch findet wo anders statt und da hört normalerweise kein Medium zu.

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