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Alle Zeitungen retten?

Alle Zeitungen retten?

Auch Verlagshäuser trifft die Corona Krise schwer. Das Anzeigengeschäft – bekanntermaßen die Haupt-Einnahme-Quelle – bricht gerade weg. Wenn Unternehmen um ihre Existenz bangen, weil sie die Produktion stilllegen oder die Geschäftstüren schließen mussten, würde Werbung ins Leere gehen. So zumindest die Rechnung der Unternehmer/innen. Natürlich könnte man nun argumentieren, dass in leergefegten Medien Anzeigen viel mehr beachtet werden, als sonst. Aber das ist graue Theorie, wenn es gerade um die Existenz geht.

Andererseits dürsten die Menschen gerade jetzt nach Information. Corona am Titelblatt oder im Senderprofil garantiert Aufmerksamkeit und Zugriffe.

Helfen durch Information

Also ist der Staat gefordert, auch Medien am Leben zu halten durch Kurzarbeitsmodelle und ähnliches. Die Frage ist jetzt: Soll man wirklich alle Medien retten? Auch die, die ohnehin nur Grauslichkeiten und hetzerische Halbwahrheiten verbreiten? Die Frage stellt sich auch nur in der Theorie. Denn gerade der Boulevard ist meist ziemlich finanzstark und wird auch diese Krise überstehen.

Dennoch wird sich keine Regierung mit den Blattln an der Gehsteigkante anlegen und wird sie genauso mit vermehrten Regierungsinseraten durchfüttern, wie Zeitungen im eigentlichen Sinn.

Qualitätsmedien tun sich da schon wesentlich schwerer. Sie haben einen weitaus höheren Personalaufwand für sorgfältig recherchierte Geschichten. Und sie haben weniger Abonnenten, Anzeigenkunden und Käufer, als die Blätter, die die Lesekompetenz ihrer Taschen-Entnehmer auf fünf Zeilen reduzieren.

Leser und Entscheider

Also bleibt wieder einmal die Entscheidung beim Konsumenten. Wenn einem qualitätsvolle Information was Wert ist, dann sollte man das auch zeigen. Zum Beispiel durch ein Abo beim Standard oder bei der Presse oder – lokal gesehen – bei den OÖN. Verständlich, dass da jetzt auch für Internet-Inhalte um Bezahlung gebeten wird.

Auch lokale Gratiszeitungen und lokale TV-Sender gilt es jetzt durch zumindest Nachsicht für die schmalen Ausgaben, zu unterstützen. Sie sind es ja, die in guten wie in schlechten Zeiten auch kleine Vereinsmeldungen und lokale Politik vor den Vorhang holen.

 

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